UniVerität – Eine kabarettistische Bildungsdefensive /

Mann, Ü50 und Englisch nur vom Hörensagen: Veri lebt in der jobmässigen Gefahrenzone. Er muss aufs Amt, zur Ermittlung der Arbeitsmarktfähigkeit (EAF). Also abklären, ob er schon zum alten Eisen gehört oder den Sprung von Wählscheibe und Schreibmaschine zu Industrie 4.0 und Virtual Reality noch schafft. Ganz ohne Masterabschluss überlistet Veri chinesische Überwachungsdrohnen, warnt vor vernetzten Spionagetoiletten und bändigt den Pflegeroboter im Altenheim.

Für die Jungen heute gibt es den Lehrplan 21. Und Streit. Ob im Rechnen Vreneli nun mit Hansli von A nach B oder mit Mustafa von Libyen nach Lampedusa fahren soll. Und ob Skifahren, Nationalhymnesingen oder Jassen ab der 3. Klasse obligatorisch wird.

UniVerität: Veri’s kabarettistische Antwort auf Bildungslücken, Fachkräftemangel und Pisastudien. Nicht immer politisch korrekt. Aber witzig und träf.

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Der Künstler

Thomas Lötscher wird an einem heissen Sommertag während des kalten Krieges 1960 im Entlebuch geboren. Für die Hebamme ist’s einfach ein Büebli, für die Statistik ein Babyboomer. Trotz Trauma aus dem Blockflötenunterricht erlangt er später einige Diplome: Handwerk, Handel, Wirtschaftsinformatik, Organisation und Kulturma-nagement. Als zuletzt selbständiger Unternehmensberater kommt er zur Einsicht, dass der Übergang von einer bankinternen Projektsitzung zum Kabarett fliessend ist.

2004 tritt Thomas Lötscher mit der Figur „Veri“ erstmals auf. Ausgespielt sind seine Programme „Ab- und Zufälle“ (2008-2012) und „Typisch Verien!“ (2013-2016). Seit 2007 spielt er jährlich den kabarettistischen „Rück-Blick“.

Seit 2009 spielt Thomas Lötscher auch im deutschsprachigen Ausland, vornehmlich in Deutschland. Aktuell ist er dort mit einer länderspezifischen Version von „Typisch Verien!“ unterwegs.

Die Meinungen zu Veri

„Feinstes Sozialkabarett“ titelte die Süddeutsche Zeitung. Romano Cuonz in der Obwaldner Zeitung schrieb: „Dass ein Kabarettist im Stande ist, ab Montag nach dem Urnengang … eine brandaktuelle Pointe nach der anderen aufzutischen, authentisch, frech und schlagfertig über Politiker und Politik zu lästern, ist ein Phänomen.“ Beim Gewinn des Reinheimer Satirelöwe nannte ihn die Jury den Meister der leisen Pointe“. Und weil er „aktuell, intelligent und hintergründig“ sei wurde ihm auch die Silberne Tuttlinger Krähe verliehen.